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Hochschul-News

Digitaler Gerichtssaal: Modernisierung des Jurastudiums?

aktualisiert: 5. Juli 2026 14:48
K800_jurastudium © Muamanah/ stock.adobe.com

Die Justiz setzt vermehrt moderne Kommunikationslösungen wie Videokonferenztechnik in den Verhandlungssälen ein. Die Bundesregierung fördert diesen Prozess zusätzlich durch den „Digitalpakt für die Justiz“. Obwohl die Justiz modernisiert wird, ist die juristische Ausbildung bisher nicht ausreichend auf die neue IT-Realität vorbereitet. Eine aktuelle Umfrage unter 130 Richterinnen und Richtern von Arktis IT Solutions aus Berlin zeigt, dass drei von vier von ihnen empfehlen, dass die Ausbildung zukünftiger Juristinnen und Juristen den Umgang mit digitaler Technik einschließen sollte.

Laut Jan Christian Hesterberg von Arktis IT Solutions, der für den Vertrieb und e-Justice verantwortlich ist, erfordert die fortschreitende Digitalisierung der Justiz eine kontinuierliche Anpassung der Aus- und Fortbildung. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass 76 Prozent der Richterinnen und Richter der Meinung sind, dass Schulungen für die digitale Aufrüstung notwendig sind, insbesondere für die praktische Anwendung während der Verhandlung. Hesterberg betont die Bedeutung von E-Learning-Angeboten für eine kontinuierliche Weiterbildung nach Abschluss der juristischen Ausbildung.

Die Umfrage zeigt auch, dass bewährte juristische Arbeitsweisen in die digitale Welt übertragen werden müssen, um die Gerichtssäle schnell zu digitalisieren. Technische Lösungen sollten intuitiv bedienbar und ausfallsicher sein, um die Verfahrensdauer zu verkürzen. Die befragten Richterinnen und Richter erwarten, dass die Digitalisierung ihren beruflichen Alltag nachhaltig verändern wird.

Jan Christian Hesterberg betont die Bedeutung von bewährten Lösungen für die digitale Ausstattung der Gerichtssäle, um Berührungsängste abzubauen und einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Ein Whitepaper mit den Ergebnissen der Umfrage steht auf der Website von Arktis IT Solutions zum Download zur Verfügung.

Die ARKTIS IT solutions GmbH ist ein mittelständischer Anbieter von Systemlösungen in den Bereichen Netzwerk- und Datentechnik, Kommunikation, technische Gebäudeausrüstung, Health Care und Digitalisierungslösungen. Das Unternehmen beschäftigt rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an verschiedenen Standorten in Deutschland und ist insbesondere in der öffentlichen Hand tätig.

Basierend auf einer Pressemitteilung von Arktis IT Solutions vom 20.02.2024

Welche Fähigkeiten sollten künftig im Jurastudium vermittelt werden?

Damit die Ausbildung zur digitalen Praxis passt, braucht es neben juristischem Fachwissen auch Grundkompetenzen im Umgang mit digitaler Technik. Sinnvoll sind vor allem Kenntnisse darüber, wie digitale Verhandlungssituationen vorbereitet, begleitet und dokumentiert werden. Ebenso wichtig ist das Verständnis für typische Schnittstellen zwischen Technik, Organisation und Verfahrensablauf.

Für Studierende und Referendarinnen und Referendare kann das bedeuten, sich früh mit folgenden Themen auseinanderzusetzen:

  • sichere Nutzung digitaler Kommunikations- und Konferenzlösungen,
  • verständlicher Umgang mit digital unterstützten Verfahrensabläufen,
  • Grundverständnis für E-Learning und digitale Fortbildung,
  • Einordnung technischer Störungen und ihrer Folgen für den Verhandlungsablauf.

Vorteile und Grenzen der Digitalisierung im Gerichtssaal

Die Digitalisierung kann Abläufe vereinfachen und Verhandlungen organisatorisch flexibler machen. Zugleich zeigt sich aber, dass Technik nur dann überzeugt, wenn sie zuverlässig funktioniert und leicht bedienbar ist. Genau an dieser Stelle wird deutlich, warum Jurastudium und Justizpraxis enger zusammen gedacht werden müssen.

Ein digitaler Gerichtssaal ist also kein Selbstzweck. Sein Nutzen hängt davon ab, ob die Technik die juristische Arbeit unterstützt oder neue Hürden schafft. Für die Ausbildung bedeutet das: Studierende sollten nicht nur die Chancen kennenlernen, sondern auch die Grenzen und möglichen Risiken digitaler Verfahren verstehen.

Typische Fehler beim Umgang mit digitaler Gerichtstechnik

Gerade in der Einführungsphase entstehen Probleme oft nicht durch das Recht selbst, sondern durch fehlende Routine im Umgang mit der Technik. Typische Fehler sind eine zu starke Abhängigkeit von einzelnen Bedienwegen, mangelnde Vorbereitung auf digitale Abläufe und zu wenig Sensibilität für Störungen während der Verhandlung.

Für das Jurastudium ist deshalb wichtig, digitale Praxis nicht nur theoretisch zu beschreiben, sondern als Teil der beruflichen Realität mitzudenken.

Checkliste für die Modernisierung der juristischen Ausbildung

  • Werden digitale Verhandlungssituationen im Studium mitgedacht?
  • Gibt es Raum für praktische Übungen mit digitalen Tools?
  • Wird erklärt, wie sich Technik auf Verfahrensabläufe auswirkt?
  • Werden Studierende auf digitale Fortbildung und E-Learning vorbereitet?
  • Wird deutlich, welche Rolle intuitive und ausfallsichere Systeme spielen?

Je klarer diese Punkte in der Ausbildung verankert sind, desto leichter kann der Übergang in eine digitalisierte Justiz gelingen.

FAQ: Digitaler Gerichtssaal und Jurastudium

Warum betrifft Digitalisierung die juristische Ausbildung überhaupt?

Weil sich die spätere Berufspraxis verändert. Wer in der Justiz arbeitet, muss nicht nur rechtlich sicher sein, sondern auch digitale Abläufe verstehen und anwenden können.

Reicht klassische juristische Ausbildung künftig noch aus?

Der Beitrag legt nahe, dass sie allein nicht mehr genügt. Ergänzende Schulungen und digitale Lernformate werden wichtiger, um auf die Praxis vorbereitet zu sein.

Was bringt E-Learning in diesem Zusammenhang?

E-Learning kann dabei helfen, digitale Kompetenzen auch nach dem Studium aktuell zu halten und Entwicklungen in der Justiz flexibel zu begleiten.

Worauf kommt es bei digitaler Gerichtstechnik besonders an?

Entscheidend sind Bedienbarkeit, Zuverlässigkeit und ein reibungsloser Ablauf, damit die Technik die Verhandlung unterstützt und nicht behindert.

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