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Studium

Förderung von Professuren mit Schwerpunkt in Geschlechterforschung

aktualisiert: 5. August 2026 14:56
Gender Symbol
Gender Symbol © vchalup /stock.adobe.com

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können präzisere Forschungsergebnisse erzielen, indem sie Geschlechterunterschiede in ihren Studien berücksichtigen. Dies kann beispielsweise die Anpassung von Medikamenten an die spezifischen Bedürfnisse von Männern und Frauen verbessern und deren Effektivität steigern. Ebenso profitiert die Technikentwicklung, wie etwa bei Algorithmen für die Spracherkennung, von der Nutzung geschlechtsspezifischer Daten.

Nach einem Bericht des Wissenschaftsrates zählen Forschende aus Nordrhein-Westfalen bereits zu den führenden Kräften in den Gender-Studies. Um diese Führungsposition weiter zu festigen, hat das Land Nordrhein-Westfalen ein Förderprogramm ins Leben gerufen, das mit 2,25 Millionen Euro gezielt den Ausbau weiterer Professuren mit Gender-Schwerpunkt unterstützt.

Die Wissenschaftsministerin Ina Brandes hat betont, dass die Geschlechterforschung direkt zum Nutzen der Gesellschaft beiträgt, unter anderem in der medizinischen Forschung, den Natur- und Technikwissenschaften sowie in der Rechtswissenschaft. Das Land plant daher, in den kommenden Jahren die Förderung von Professuren zu intensivieren, die sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit auf Geschlechterforschung konzentrieren, um so die Position Nordrhein-Westfalens weiter zu stärken und den Wissenschaftsstandort zu fördern.

Das neue Förderprogramm ermöglicht staatlichen Hochschulen eine finanzielle Unterstützung, wenn sie die thematische Ausrichtung einer Professur um den Aspekt Geschlecht erweitern.

Was wird mit der Förderung konkret unterstützt?

Gefördert wird nicht einfach eine einzelne Professur, sondern die inhaltliche Weiterentwicklung einer Professur mit Blick auf Geschlechterforschung. Entscheidend ist also, dass der Schwerpunkt im wissenschaftlichen Profil erkennbar gestärkt wird. Je nach Umfang der Neuausrichtung kann die Förderung unterschiedlich ausfallen.

Für Hochschulen ist damit vor allem relevant, ob sie eine Professur inhaltlich neu profilieren oder nur einzelne Aspekte ergänzen wollen. Genau an dieser Stelle unterscheidet sich die Förderhöhe.

Die Förderung richtet sich an sämtliche Fachbereiche und erstreckt sich über drei Jahre. Die Höhe der Förderung variiert je nach Umfang der inhaltlichen Neuausrichtung: Für eine umfassende Änderung der Professurinhalte kann eine Förderung von bis zu 150.000 Euro pro Jahr erfolgen, während partielle Anpassungen mit bis zu 100.000 Euro jährlich unterstützt werden können.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Eine zentrale Voraussetzung ist die verbindliche Zusage der Hochschule, den neu etablierten Schwerpunkt auch nach Ende der Förderphase weiterzuführen. Genau diese Nachhaltigkeit unterscheidet das Programm von einer rein kurzfristigen Anschubfinanzierung.

Außerdem muss die geplante Neuausrichtung fachlich so angelegt sein, dass der Schwerpunkt auf Geschlechterforschung im Profil der Professur tatsächlich erkennbar wird.

Eine Bedingung für die Förderung ist, dass die Hochschulen zusichern, die neu etablierten Schwerpunkte mindestens drei Jahre über das Ende der Förderperiode hinaus fortzuführen.

Ein Gutachten des Wissenschaftsrates bescheinigte Nordrhein-Westfalen im letzten Jahr eine führende Rolle in der Geschlechterforschung, vor allem durch die große Anzahl an Professuren mit einem Schwerpunkt auf Gender, die nachhaltige Struktur des „Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW“ und die profilierten Hochschul-Zentren im Bundesvergleich. Darüber hinaus wird der renommierte Rita-Süssmuth-Forschungspreis verliehen, der über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus bekannt ist.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Land NRW/ Veröffentlicht am 21.05.2024

Hinweis zur Einordnung: Die Seite beschreibt ein aktuelles Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen. Da sich Förderbedingungen und Zuständigkeiten ändern können, sollte bei konkretem Förderinteresse immer die offizielle Programminformation geprüft werden.

Wer kann einen Antrag stellen?

Das Förderprogramm richtet sich an staatliche Hochschulen. Für den Beitrag ist damit vor allem wichtig, die Perspektive der Hochschulleitung, Fakultäten und Fachbereiche mitzudenken: Sie müssen prüfen, ob eine Professur fachlich passend weiterentwickelt werden kann und ob die nachhaltige Umsetzung gesichert ist.

Damit wird deutlich: Die Förderung zielt nicht nur auf Forschungsideen, sondern auch auf die strukturelle Verankerung an der Hochschule.

Warum Geschlechterforschung für verschiedene Fachbereiche relevant ist

Geschlechterforschung ist nicht auf ein einzelnes Fach beschränkt. Der Beitrag zeigt bereits, dass sie in der medizinischen Forschung, in den Natur- und Technikwissenschaften sowie in der Rechtswissenschaft eine Rolle spielt. Genau daraus lässt sich ableiten, dass der Blick auf Geschlecht auch in anderen Disziplinen die Forschung präzisieren kann.

Für Hochschulen ist das wichtig, weil sich der Schwerpunkt je nach Fach unterschiedlich ausprägen kann: mal eher als Analyse von Daten, mal als kritische Perspektive auf Methoden, Begriffe und Anwendungsfelder.

Häufige Fragen zur Förderung

Was ist der Unterschied zwischen vollständiger und partieller Neuausrichtung?
Eine vollständige Neuausrichtung bedeutet, dass der Gender-Schwerpunkt das Profil der Professur deutlich prägt. Partielle Anpassungen ergänzen bestehende Inhalte um den Aspekt Geschlecht, ohne die gesamte Professur neu auszurichten.

Warum ist die Weiterführung nach der Förderphase wichtig?
Weil das Programm auf Nachhaltigkeit setzt. Die Hochschule soll den Schwerpunkt nicht nur vorübergehend einführen, sondern dauerhaft verankern.

Warum wird dieses Thema als standortrelevant beschrieben?
Weil die Förderung dazu beitragen soll, die bereits starke Position Nordrhein-Westfalens in der Geschlechterforschung weiter auszubauen.

Begriffe kurz erklärt

Geschlechterforschung untersucht, welche Rolle Geschlecht in Wissenschaft, Gesellschaft und Praxis spielt.

Gender-Studies ist ein gebräuchlicher Begriff für das interdisziplinäre Forschungsfeld, das sich mit Geschlecht und seinen Wirkungen befasst.

Professur mit Schwerpunkt bedeutet in diesem Zusammenhang, dass ein fachlicher Fokus innerhalb der Professur gezielt erweitert oder neu gesetzt wird.

Worauf Hochschulen in der Praxis achten sollten

  • Passt der geplante Schwerpunkt fachlich zur Professur?
  • Ist die inhaltliche Neuausrichtung im Profil klar erkennbar?
  • Kann die Hochschule die Fortführung nach der Förderphase sichern?
  • Ist der Nutzen für Forschung und Lehre nachvollziehbar beschrieben?
  • Ist der geplante Schwerpunkt so formuliert, dass er zu den Zielsetzungen des Programms passt?

Diese Punkte helfen dabei, die Förderung nicht nur als Finanzierung, sondern als strukturelle Entwicklung der Professur zu verstehen.

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