Wer freiberuflich tätig oder selbstständig ist, benötigt für den Ernstfall eine wirkungsvolle Absicherung, sollte ihn beispielsweise eine schwere Krankheit oder ein Unfall treffen. Zwar gibt es hierfür die Berufsunfähigkeitsversicherung, deren Leistungen sind jedoch in vielen Fällen nicht ausreichend. Wohl dem, der noch anderweitig vorgesorgt hat, etwas mit einer Dread Disease Versicherung!
Was ist eine Dread Disease Versicherung?
Eine Dread Disease Versicherung dient der versicherungstechnischen Absicherung gegen eine Reihe schwerer Erkrankungen. Schwere Erkrankungen wie Krebs und Herzinfarkt werden im Englischen „Dread Disease“ genannt, deshalb die Bezeichnung. Um ganz korrekt zu sein, sei jedoch festgestellt, dass die wörtliche Übersetzung von Dread Disease ins Deutsche „Gefürchtete Krankheit“ lautet.
Diese Versicherung ähnelt im Prinzip einigen anderen Versicherungsformen wie der Lebensversicherung, der Berufsunfähigkeitsversicherung und der Krankenversicherung. Allerdings weist sie im Unterschied zu diesen einige wichtige Besonderheiten auf.
Die Dread Disease Versicherung ist in Europa noch eine relativ junge Erscheinung. Eine längere Tradition besitzt sie dagegen in den USA und in Südafrika. Im angelsächsischen Raum wird sie auch als „Critical Illness Insurance“ bezeichnet.
Begriffsklärung: Dread Disease und Critical Illness
Mit Dread Disease ist sinngemäß eine gefürchtete oder schwerwiegende Krankheit gemeint. Im englischsprachigen Raum ist dafür auch der Begriff Critical Illness Insurance gebräuchlich. Gemeint ist jeweils eine Versicherung, die bei bestimmten schweren Diagnosen eine vorab vereinbarte Geldsumme auszahlt.
Für die Einordnung ist wichtig: Der Name sagt noch nichts über die genaue Liste der abgesicherten Krankheiten aus. Entscheidend sind immer die Vertragsbedingungen des jeweiligen Anbieters.
Von den unterschiedlichen Bezeichnungen abgesehen ist das Grundprinzip bei allen diesen Versicherungen aber immer das gleiche: Bei Auftreten einer schweren Erkrankung erhält der Inhaber der Dread Disease Versicherungspolice eine feste Versicherungssumme ausgezahlt. Im Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung erfolgt die Auszahlung der kompletten Versicherungssumme also sofort, nachdem eine eindeutige Diagnose von einem zugelassenen Arzt festgestellt wurde. Welche Krankheiten hierunter fallen, ist in der Versicherungspolice festgelegt. Wichtig zu wissen ist, dass die Frage der Therapiemöglichkeiten und der Genesungsaussichten für die Auszahlung keine Rolle spielt. Auch ist die Frage, ob der Versicherte einer Arbeit beziehungsweise einer gewerblichen oder selbstständigen Tätigkeit nachgeht, für die Auszahlung ohne Relevanz. Sollte gewünscht sein, dass im Falle des Todes des Erkrankten die Hinterbliebenen abgesichert werden, kann auch eine Todesfallsumme in der Versicherungspolice festgelegt werden.
Die unmittelbare Verfügbarkeit einer größeren Geldsumme ermöglicht es dem Erkrankten, Kosten für Therapie- und Rehabilitationsmaßnahmen zu bestreiten, die nicht über die gesetzliche oder eine private Krankenversicherung abgedeckt sind.
Was die Auszahlung im Alltag praktisch ermöglicht
Die einmalige Kapitalleistung kann in vielen Situationen helfen, in denen die reine medizinische Versorgung nicht ausreicht. Dazu gehören zum Beispiel private Zuzahlungen, zusätzliche Betreuung im Haushalt, Fahrten zu Behandlungen, Verdienstausfälle in der Übergangszeit oder organisatorische Kosten rund um den Krankheitsverlauf.
Auch bei einer längeren Genesungsphase verschafft die Auszahlung Spielraum: Rechnungen können weiter bezahlt werden, während sich die eigene Arbeitsfähigkeit erst wieder stabilisiert. Genau darin liegt für viele Versicherte der eigentliche Mehrwert der Police.
Des Weiteren können die durch die Dread Disease Police zur Verfügung stehenden Geldmittel auch für die Finanzierung weiterer notwendiger, aber nicht direkt mit Therapie, Behandlung oder Rehabilitation in Zusammenhang stehenden Ausgaben verwendet werden.
Wer braucht eine Dread Disease Versicherung?
Besonders sinnvoll ist die Absicherung für Menschen, die im Ernstfall nicht nur mit gesundheitlichen Folgen, sondern auch mit unmittelbaren finanziellen Engpässen rechnen müssen. Dazu zählen vor allem Selbständige und Freiberufler, bei denen ein krankheitsbedingter Ausfall schnell zu fehlenden Einnahmen führt. Aber auch Angestellte mit laufenden Verpflichtungen, Familienverantwortung oder wenig finanziellen Rücklagen können von der einmaligen Kapitalzahlung profitieren.
Weniger naheliegend ist der Abschluss, wenn bereits eine sehr umfassende Absicherung über andere Policen besteht und genügend finanzielle Reserven vorhanden sind. Genau deshalb sollte die Dread Disease Versicherung immer im Zusammenhang mit der eigenen Lebens- und Einkommenssituation betrachtet werden.
Der entscheidende Vorteil der Dread Disease Versicherung, nämlich, dass bei Krankheitseintritt sofort eine größere Summe Geld zur Verfügung steht, macht diese für eine Vielzahl von Menschen in unterschiedlichen Berufsfeldern und Branchen attraktiv. Die klassischen Kunden sind Selbständige, Freiberufler und Unternehmer, die aufgrund ihrer beruflichen Stellung im Falle einer schweren Erkrankung eine wichtige finanzielle Sicherheit erhalten.
Angesichts der zunehmenden Kürzungen und der immer knapper werdenden Mittel in den Sozial- und Gesundheitskassen wird eine Dread Disease Versicherung aber auch für viele Arbeiter, Angestellte und Beamte immer attraktiver. Zu denken ist in diesem Zusammenhang insbesondere an die steigenden Kosten für die Behandlung schwerer Krankheiten, die immer weniger von den Krankenkassen getragen werden können. Die Auszahlung der Versicherungssumme an den Inhaber der Police kann sich hier als eine wichtige, wenn nicht gar als die entscheidende finanzielle Hilfe erweisen.
Wichtig: Eine Dread Disease Versicherung sollte nicht als Alternative zu Krankenversicherung, Lebensversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung angesehen werden.
Abgrenzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung und Krankenversicherung
Die Dread Disease Versicherung zahlt eine feste Summe bei Eintritt bestimmter schwerer Erkrankungen aus. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung setzt dagegen an der Frage an, ob jemand seinen Beruf noch ausüben kann. Die Krankenversicherung wiederum übernimmt in erster Linie Behandlungskosten, ersetzt aber nicht automatisch den Verdienstausfall oder zusätzliche private Ausgaben.
Gerade dieser Unterschied ist für die Entscheidung wichtig: Wer eine schnelle Liquidität für Umbauten, Haushaltshilfe, Reha, Fahrten oder laufende Fixkosten braucht, findet in der Dread Disease Versicherung eine ergänzende Lösung. Wer dagegen vor allem seine Arbeitskraft absichern möchte, braucht in der Regel einen anderen Schwerpunkt.
Vielmehr stellt sie eine wichtige Ergänzung zu diesen Versicherungen und speziell zur Erwerbsunfähigkeitsversicherung dar. Der Abschluss gerade dieser beider Versicherungen empfiehlt sich, um die eigene Arbeitskraft – sei es als Selbständiger, Freiberufler und Unternehmer oder auch als Arbeiter, Angestellter und Beamter – wirkungsvoll für den Fall schwerer Erkrankungen und Arbeitsunfähigkeit abzusichern. Sie verschafft einem gerade in einer besonders kritischen Zeit den finanziellen Spielraum, der von besonders großer Wichtigkeit ist.
Welche Erkrankungen deckt eine Dread Disease Versicherung ab?
Zu den durch eine Dread Disease Versicherung abgesicherten Risiken gehören folgende Erkrankungen: Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Multiple-Sklerose, Bypass-Operationen, Nierenversagen, Aids, schwere Lungenerkrankungen und schwere Leberkrankheiten, Parkinson, Blindheit, Taubheit und Sprachverlust. Manche Versicherer bieten auch einen Schutz bei Impfschäden, Kinderlähmung, Knochenmarktransplantationen, Querschnittlähmung, schwere Verbrennungen und Transplantationen zentraler Organe.
Worauf man vor dem Abschluss achten sollte
- Welche Krankheiten sind konkret versichert?
- Wie eindeutig sind die medizinischen Definitionen in den Bedingungen?
- Reicht die Versicherungssumme für den eigenen Bedarf aus?
- Passt die Police zur bestehenden Absicherung, zum Beispiel BU oder Krankenversicherung?
- Gibt es sinnvolle Ergänzungen wie eine Todesfallleistung?
Diese Punkte helfen dabei, eine Dread Disease Versicherung nicht nur nach dem Preis, sondern nach ihrem tatsächlichen Nutzen zu beurteilen.
Typische Fehler bei der Einordnung
Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, die Dread Disease Versicherung ersetze die Berufsunfähigkeitsversicherung. Tatsächlich ist sie eher eine Ergänzung, weil sie nicht an der Arbeitsfähigkeit, sondern an bestimmten Diagnosen anknüpft.
Ebenfalls problematisch ist es, die Police nur als Krankenversicherung zu betrachten. Die Dread Disease Versicherung zahlt zwar Geld aus, übernimmt aber nicht automatisch alle medizinischen Kosten. Wer diese Unterschiede kennt, kann die Absicherung realistischer einschätzen.
FAQ zur Dread Disease Versicherung
Ist eine Dread Disease Versicherung für Angestellte sinnvoll?
Ja, vor allem dann, wenn laufende Kosten, Familienverantwortung oder wenig Rücklagen vorhanden sind und eine schwere Erkrankung schnell zu finanziellen Belastungen führen würde.
Ersetzt die Dread Disease Versicherung die Berufsunfähigkeitsversicherung?
Nein. Sie ergänzt andere Absicherungen, weil sie bei bestimmten Diagnosen zahlt, nicht bei allgemeiner Arbeitsunfähigkeit.
Was ist der größte Vorteil der Police?
Die schnelle Auszahlung einer festen Summe, über die man frei verfügen kann.
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