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Studium

Gründe fürs Schummeln bei Onlineprüfungen

aktualisiert: 4. Juli 2026 20:07
Schummeln bei Online-Prüfung
Schummeln bei Online-Prüfung © NINENII /stock.adobe.com

Die Ergebnisse einer Studie zeigen, dass es weniger wahrscheinlich ist, dass Studierende schummeln, wenn Lehrpersonen vor der Prüfung verdeutlichen, warum die Prüfungsinhalte für ihren späteren Berufsalltag relevant sind, anstatt nur auf die Bedeutung von guten Noten hinzuweisen. Dies reduziert das Täuschungsverhalten, ebenso wie die Möglichkeit für Studierende, authentische Problemlöseaufgaben zu lösen, die mit den zukünftigen Berufsanforderungen übereinstimmen. Jedoch begünstigen Wissensfragen, die lediglich darauf abzielen, zu überprüfen, ob Kursinhalte auswendig gelernt wurden, das Schummeln. Zusätzlich wird das Täuschungsverhalten verringert, wenn Lehrpersonen ihren Studierenden detailliertes Feedback zur Prüfungsleistung anbieten, anstatt nur die Noten bekanntzugeben.

Des Weiteren zeigte die Studie, dass bestimmte Vorstellungen der Studierenden von Online-Prüfungen mit ihrem vergangenen Täuschungsverhalten und ihrer zukünftigen Täuschungsabsicht zusammenhängen. Negative Vorstellungen von Online-Prüfungen, wie die Wahrnehmung, dass Online-Prüfungen das Lernen erschweren, korrelierten mit intensiverem Schummeln in früheren Online-Prüfungen und einer höheren Absicht zu schummeln. Umgekehrt wurde weniger geschummelt und weniger beabsichtigt zu schummeln, wenn die Studierenden den Eindruck hatten, dass Online-Prüfungen die Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung zwischen Studierenden fördern. Ebenso wurde weniger geschummelt, wenn die Studierenden der Meinung waren, dass Online-Prüfungen zur Verbesserung der Lehre beitragen.

Abschließend wurden die zentralen persönlichen Gründe der Studierenden für und gegen das Schummeln in Online-Prüfungen untersucht. Die häufigsten Gründe für Täuschungsverhalten waren die Wichtigkeit von Noten, die Wahrnehmung, dass Prüfungen unfair seien, und die Einschätzung eines geringen Risikos, beim Täuschungsversuch erwischt zu werden. Zu den häufigsten Gründen gegen das Schummeln gehörten moralische Normen und Werte wie Ehrlichkeit sowie die Angst vor den Konsequenzen einer Entdeckung, wie beispielsweise einer Exmatrikulation.

Warum Studierende in Onlineprüfungen eher schummeln

Aus den genannten Ergebnissen lassen sich mehrere typische Einflussfaktoren ableiten. Besonders häufig scheint Schummeln dann wahrscheinlicher zu werden, wenn Noten als sehr wichtig erlebt werden, Prüfungen als unfair wahrgenommen werden oder das Entdeckungsrisiko gering erscheint.

Notendruck und Leistungsdruck

Wenn das Ergebnis einer Prüfung als besonders folgenreich erlebt wird, kann der Druck steigen, jedes Mittel auszuschöpfen. In solchen Situationen tritt die eigentliche Lernleistung oft hinter das Bedürfnis zurück, ein bestimmtes Resultat zu erreichen.

Wahrgenommene Unfairness

Wer eine Prüfung als unausgewogen oder wenig nachvollziehbar empfindet, entwickelt eher die Haltung, dass Täuschung eher zu rechtfertigen sei. Damit verschiebt sich die moralische Schwelle.

Geringes Entdeckungsrisiko

Je leichter eine Onlineprüfung manipuliert werden kann oder je unsicherer die Kontrolle wirkt, desto eher kann die Hemmschwelle sinken. Das gilt besonders dann, wenn Regeln unklar oder Folgen nicht sichtbar sind.

Insgesamt zeigen diese Forschungsergebnisse, dass psychologische Faktoren wie individuelle Bedürfnisse, Vorstellungen und Beweggründe eine wichtige Rolle beim Täuschungsverhalten in Online-Prüfungen spielen. Die Berücksichtigung dieser Faktoren bei der Gestaltung von Lehr- und Prüfungsformaten könnte dazu beitragen, das Schummeln zu reduzieren und langfristig das Lernverhalten und Wohlbefinden der Studierenden positiv zu beeinflussen. Dies könnte auch die Akzeptanz von Online-Prüfungen als Prüfungsformat an Universitäten stärken.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Universität zu Köln / Veröffentlicht am 13.05.2024

Warum der Beitrag aktuell noch wenig Tiefe bietet

Der Beitrag fasst vor allem Studienergebnisse zusammen, erklärt aber noch kaum, wie sich die genannten Gründe im Prüfungsalltag unterscheiden, welche Begriffe genau gemeint sind und welche praktischen Folgen sich daraus für Lehrpersonen und Studierende ergeben.

Für die Indexierung ist deshalb vor allem mehr eigenständige Substanz wichtig: zusätzliche Einordnungen, konkrete Beispiele und klar getrennte Abschnitte zu Ursachen, Motiven und möglichen Gegenmaßnahmen.

Was mit Schummeln in Onlineprüfungen gemeint ist

Mit Schummeln sind hier alle Formen gemeint, bei denen Studierende Prüfungsleistungen nicht ausschließlich eigenständig und regelkonform erbringen. Dazu zählen je nach Prüfungsformat zum Beispiel das Nutzen unzulässiger Hilfen, das Weitergeben von Antworten oder das Ausnutzen von Prüfungsbedingungen, die als zu leicht manipulierbar wahrgenommen werden.

Wichtig ist die Unterscheidung: Nicht jede Unterstützung ist automatisch Täuschung. Entscheidend ist, ob die Hilfe im jeweiligen Prüfungsformat erlaubt ist.

Welche Prüfungsformate Schummeln begünstigen oder reduzieren

Besonders anfällig wirken Prüfungsformate, die vor allem auf reines Auswendiglernen setzen und wenig Bezug zur späteren Anwendung haben. Wenn Fragen nur darauf abzielen, Inhalte wiederzugeben, steigt aus Sicht der Studie die Wahrscheinlichkeit von Täuschung.

Weniger schummelfördernd sind Formate, die authentische Problemlöseaufgaben enthalten und klar zeigen, warum die Inhalte für den späteren Berufsalltag relevant sind. Solche Aufgaben machen es für Studierende nachvollziehbarer, warum sich ehrliches Lernen lohnt.

Praktischer Vergleich

Statt einer reinen Wissensabfrage kann eine Aufgabenstellung mehr Kontext, Anwendung und Begründung verlangen. Dadurch wird nicht nur das Ergebnis bewertet, sondern auch das Verständnis.

Was Lehrpersonen konkret tun können

  • vor der Prüfung den Praxisbezug der Inhalte klar machen
  • Aufgaben einsetzen, die Problemlösen statt reines Auswendiglernen verlangen
  • nicht nur Noten nennen, sondern auch nachvollziehbares Feedback geben
  • Prüfungsregeln und erlaubte Hilfen eindeutig formulieren
  • Unsicherheiten über den Ablauf frühzeitig abbauen

Diese Maßnahmen zielen nicht nur auf Kontrolle, sondern auch auf mehr Verständlichkeit und Fairness. Genau das kann die Bereitschaft zum Täuschungsverhalten senken.

Typische Denkfehler und typische Fehler beim Umgang mit Onlineprüfungen

Ein häufiger Denkfehler ist die Annahme, dass Onlineprüfungen automatisch leichter zu manipulieren seien und deshalb weniger ernst genommen würden. Der Beitrag zeigt jedoch, dass vor allem Wahrnehmungen von Fairness, Kontrolle und Relevanz eine Rolle spielen.

Ein weiterer Fehler ist, Täuschungsverhalten nur als individuelles Moralproblem zu sehen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass auch die Gestaltung der Prüfung einen deutlichen Einfluss hat.

FAQ: Häufige Fragen zu Schummeln bei Onlineprüfungen

Warum schummeln Studierende in Onlineprüfungen?

Vor allem wegen Notendruck, wahrgenommener Unfairness und dem Gefühl, dass das Entdeckungsrisiko gering ist.

Welche Rolle spielt die Prüfungsart?

Reine Wissensfragen begünstigen Täuschung eher als Aufgaben, die Anwendung und Problemlösen verlangen.

Was senkt die Bereitschaft zum Schummeln?

Klarer Praxisbezug, authentische Aufgaben und hilfreiches Feedback können die Bereitschaft zum Täuschungsverhalten verringern.

Spielt die Einstellung zu Onlineprüfungen eine Rolle?

Ja. Negative Vorstellungen können mit mehr Täuschungsverhalten zusammenhängen, während positive Vorstellungen eher mit weniger Schummeln verbunden sind.

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