Skip to content
Beruf

Spanische Fachkräfte verstärken Kitas in Mannheim

aktualisiert: 5. August 2026 14:55
Erzieherin mit Kindern in Kita
Erzieherin mit Kindern in Kita © New Africa/stock.adobe.com

Die Stadt Mannheim verfolgt neue Ansätze bei der Rekrutierung von Fachkräften. Um dem zunehmenden Bedarf an qualifizierten pädagogischen Fachkräften langfristig gerecht zu werden, hat der Fachbereich Tageseinrichtungen für Kinder begonnen, Erzieherinnen und Erzieher erstmals aus dem europäischen Ausland zu gewinnen. Neben der Erweiterung der Ausbildungskapazitäten und verstärkten Rekrutierungsmaßnahmen im Inland, soll auch die Rekrutierung aus dem Ausland dazu beitragen, die Fachkräftelücke zu schließen. Aus diesem Grund hat der Gemeinderat beschlossen, dem Fachbereich ein temporäres Budget zur Verfügung zu stellen, um die Rekrutierung in Europa zu organisieren.

Erste Fachkräfte aus Spanien eingetroffen

Anfang November trafen die ersten pädagogischen Fachkräfte aus Spanien in den Mannheimer Kitas ein. Nach einem intensiven Vorbereitungsprozess wurden sie von Oberbürgermeister Christian Specht, Bildungsbürgermeister Dirk Grunert und dem Fachbereichsleiter Andreas Müller in Mannheim begrüßt. Der Oberbürgermeister betonte, dass diese zehn motivierten Fachkräfte eine wertvolle Unterstützung für die Mannheimer Kitas seien. Sie würden helfen, die Einrichtungen in der derzeit angespannten Fachkräftesituation zu stabilisieren und die bestehenden Mitarbeiter zu entlasten. Weiterhin hieß es, dass die Stadt die Fachkräfte dabei unterstützen werde, sich gut in Mannheim einzuleben.

Die Fachkräfte besitzen anerkannte Berufsabschlüsse aus Spanien und werden im ersten Jahr ihrer Tätigkeit den Prozess der beruflichen Anerkennung durchlaufen. Nach der ersten Gruppe von zehn Fachkräften in diesem Jahr sollen im kommenden Jahr weitere 20 Erzieherinnen und Erzieher aus Spanien folgen. Bildungsbürgermeister Dirk Grunert hob hervor, dass die Stadt bis 2030 rund 5000 zusätzliche Kita-Plätze schaffen möchte, wofür vor allem qualifizierte Fachkräfte benötigt werden. Die Fachkräfte aus Spanien seien dabei eine wertvolle Hilfe, um den Ausbau der Kitas zügig voranzutreiben.

Pilotprojekt der Stadt Mannheim

Die Integration neuer Mitarbeitender aus dem europäischen Ausland stellt eine große Herausforderung dar. Daher wurde das Auslandsrecruiting zunächst als Pilotprojekt gestartet, das nach Abschluss evaluiert werden soll. Zur Unterstützung dieses Projekts wurde eine Fachstelle für Recruiting und Onboarding von neuem pädagogischen Fachpersonal eingerichtet. Zudem wurde eine Agentur beauftragt, die auf die Rekrutierung von Fachkräften im europäischen Ausland spezialisiert ist.

Bereits während des Recruitingprozesses in Spanien werden die Fachkräfte hinsichtlich der sprachlichen und kulturellen Anforderungen vorbereitet. Bis zu ihrer Einreise in Deutschland erreichen sie das Sprachniveau B1. Ein persönliches Kennenlernen zwischen den Fachkräften, der Einrichtung und der Arbeitgeberin ist ein wesentlicher Bestandteil des Prozesses, bevor es zur finalen Stellenzusage kommt. Während der beruflichen Anerkennung werden die Fachkräfte von Praxisanleitenden direkt in den Kitas unterstützt und nehmen zusätzlich an wöchentlichen Sprachkursen teil. Zudem erhalten sie regelmäßige Fortbildungs- und Reflexionsangebote durch die Fachberatung im Fachbereich Tageseinrichtungen für Kinder. Um die Wahrscheinlichkeit des Verbleibs zu erhöhen, werden die Fachkräfte immer im Tandem in Kitas eingesetzt, die über spanische Sprachkenntnisse im Team und ein vielfältiges Betreuungsangebot verfügen.

Hintergrund

Derzeit sind rund 36 Vollzeitstellen in den städtischen Kitas unbesetzt, und bei den freien Trägern gibt es geschätzt doppelt so viele offene Stellen. Daher hat die Stadt eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um zusätzliche pädagogische Fachkräfte zu gewinnen und auszubilden. So wurde in diesem Kita-Jahr die Möglichkeit des Kita-Direkteinstiegs eingeführt, wodurch die Ausbildungsquote um 20 Prozent erhöht werden konnte.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Stadt Mannheim/ Veröffentlicht am 03.12.2024

FAQ: Was Leserinnen und Leser häufig zur Rekrutierung fragen

Warum werden Fachkräfte aus Spanien eingesetzt?

Die Stadt Mannheim möchte den Bedarf an pädagogischen Fachkräften schneller decken und setzt dafür neben Ausbildung und innerdeutscher Rekrutierung auch auf Bewerberinnen und Bewerber aus dem europäischen Ausland.

Welche Rolle spielt die berufliche Anerkennung?

Die anerkannten Berufsabschlüsse sind die Grundlage für den Einsatz. Während des ersten Jahres begleiten die Einrichtungen den weiteren Anerkennungsprozess im Arbeitsalltag.

Wie werden die Fachkräfte sprachlich unterstützt?

Vor der Einreise erreichen sie bereits ein Basissprachniveau und werden danach mit Sprachkursen, Praxisanleitung und Fortbildungen begleitet.

Ist das Projekt dauerhaft angelegt?

Der Auslandsrecruiting-Ansatz wurde zunächst als Pilotprojekt gestartet und soll nach Abschluss ausgewertet werden.

Checkliste: Was für einen guten Start entscheidend ist

  • Klare Vorbereitung schon vor der Einreise
  • Persönliches Kennenlernen von Team und Einrichtung
  • Begleitete Einarbeitung durch Praxisanleitende
  • Regelmäßige Sprachförderung im Arbeitsalltag
  • Fortbildungs- und Reflexionsangebote während der Anerkennung
  • Einsatz im Tandem, um Orientierung und Sicherheit zu erhöhen

Typische Herausforderungen beim Start

Beim Wechsel in ein neues Land und ein neues Betreuungssystem können Sprachbarrieren, ungewohnte Abläufe und unterschiedliche Erwartungen im Alltag eine Rolle spielen. Genau deshalb kombiniert Mannheim Rekrutierung mit Begleitung, Sprachkursen und Reflexionsangeboten.

Wie die Stadt darauf reagiert

Durch Tandem-Einsätze, Praxisanleitung und einen frühen Kontakt zwischen den Beteiligten soll der Einstieg planbarer und verlässlicher werden. So steigt die Chance, dass neue Fachkräfte im Team ankommen und langfristig bleiben.

Wie die verschiedenen Wege zusammenwirken

Mannheim setzt nicht nur auf Fachkräfte aus Spanien, sondern auch auf mehr Ausbildungskapazitäten, Rekrutierung im Inland und neue Zugänge wie den Kita-Direkteinstieg. Die Auslandsrekrutierung ist damit ein zusätzlicher Baustein, um den Bedarf an pädagogischem Personal besser abzufedern.

Gerade dieser Mix aus kurzfristiger Entlastung und langfristiger Nachwuchsgewinnung macht den Ansatz für die Kitas relevant.

Artikel teilen