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Wissen

Weltkrebstag 2024

aktualisiert: 5. Juli 2026 15:10
K800_bauchspeicheldrüsenkrebs © Matthieu/ stock.adobe.com

Der Weltkrebstag am 4. Februar hat in diesem Jahr das Thema „Versorgungslücken schließen“. Die Deutsche Krebshilfe, die sich seit 50 Jahren für die Verbesserung der Versorgung von Krebspatienten einsetzt, reagiert auf die nach wie vor schlechten Behandlungsmöglichkeiten bei Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sie hat daher ein Förderungsschwerpunktprogramm namens ‚Deutsche Allianz Pankreaskarzinom‘ – ‚German Pancreatic Cancer Alliance (GPCA)‘ ins Leben gerufen und stellt dafür 40 Millionen Euro zur Verfügung.

Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, betonte, dass in den letzten Jahrzehnten durch Grundlagenforschung und klinische Krebsforschung erhebliche Fortschritte in der Diagnose und Behandlung vieler Krebserkrankungen erzielt wurden. Eine Ausnahme bildet jedoch Bauchspeicheldrüsenkrebs, der nach wie vor eine sehr schlechte Prognose hat. Dies liegt zum Teil daran, dass die Erkrankung oft erst spät erkannt wird, da sie lange Zeit symptomlos verläuft, und dass der Krebs sich schnell im Körper ausbreitet.

Warum Bauchspeicheldrüsenkrebs besonders schwer früh zu erkennen ist

Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als Versorgungslücke, weil er lange unauffällig bleiben kann und dadurch häufig erst spät diagnostiziert wird. Das erschwert Behandlungsentscheidungen und macht eine frühzeitige Versorgung komplexer als bei vielen anderen Krebsarten. Hinzu kommt, dass sich die Erkrankung rasch ausbreiten kann und deshalb ein abgestimmtes Vorgehen von Diagnostik bis Therapie besonders wichtig ist.

Gerade aus diesem Grund steht die Erkrankung im Zentrum von Förderinitiativen, die Forschung, klinische Praxis und neue Technologien enger zusammenbringen sollen.

Bauchspeicheldrüsenkrebs hat die niedrigste Überlebensrate unter allen Krebserkrankungen. Obwohl er in Deutschland relativ selten ist, mit einem Anteil von etwa vier Prozent aller Tumorerkrankungen, gehört er dennoch zu den häufigsten Krebstodesursachen bei Männern und Frauen.

Die Deutsche Krebshilfe hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Bekämpfung von Bauchspeicheldrüsenkrebs strategisch, substanziell und nachhaltig voranzutreiben.

Was hinter der Deutschen Allianz Pankreaskarzinom (GPCA) steckt

Die Deutsche Allianz Pankreaskarzinom (GPCA) ist ein Förderungsschwerpunkt, der die Forschung zu Bauchspeicheldrüsenkrebs bündeln soll. Im Mittelpunkt stehen bessere Wege bei Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Therapie. Die Idee dahinter: Wenn unterschiedliche Fachrichtungen enger zusammenarbeiten, lassen sich offene Fragen schneller bearbeiten und Forschungsansätze besser aufeinander abstimmen.

Der Begriff „Allianz“ verweist dabei auf den interdisziplinären Ansatz. Gemeint ist also nicht nur ein einzelnes Projekt, sondern ein Netzwerk, das Forschungsergebnisse zusammenführt und den Austausch zwischen Wissenschaft und Medizin stärkt.

Das Förderungsschwerpunktprogramm ‚Deutsche Allianz Pankreaskarzinom‘ – ‚German Pancreatic Cancer Alliance (GPCA)‘ soll eine starke interdisziplinäre Forschungsallianz aufbauen, die auch international sichtbar ist. Professor Dr. Thomas Seufferlein, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin am Universitätsklinikum Ulm und Vorsitzender des Beirats der Deutschen Krebshilfe, erklärt, dass dieses Förderprogramm innovative und visionäre Forschung in den Bereichen Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Therapie von Bauchspeicheldrüsenkrebs ermöglichen soll.

Was Forschung in den Bereichen Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Therapie konkret bedeutet

Im Alltag der Krebsforschung stehen diese vier Bereiche für unterschiedliche Aufgaben: Prävention soll Risiken verringern, Früherkennung Krankheiten möglichst vor Beschwerden sichtbar machen, Diagnostik die Erkrankung sicherer einordnen und Therapie bessere Behandlungswege eröffnen. Für Betroffene ist vor allem wichtig, dass diese Schritte nicht isoliert betrachtet werden, sondern ineinandergreifen.

Der Förderansatz der Deutschen Krebshilfe zielt deshalb nicht nur auf einzelne Erkenntnisse, sondern auf bessere Verbindungen zwischen Forschung, Klinik und technologischer Entwicklung.

Er betont auch die Notwendigkeit, neue Technologien zu entwickeln, Synergien zu nutzen und Fachgebiete außerhalb der Onkologie einzubeziehen.

Das Programm wird Wissenschaftler aus dem In- und Ausland zusammenbringen, um Forschungsergebnisse auszutauschen und gemeinsam an Lösungen für ungelöste Fragen zur Bekämpfung von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu arbeiten. Die Deutsche Krebshilfe stellt in den nächsten fünf Jahren 40 Millionen Euro für dieses Programm zur Verfügung. Die Ausschreibung dazu wird bald auf der Website der Deutschen Krebshilfe veröffentlicht und an die wissenschaftliche und medizinische Gemeinschaft adressiert.

Basierend auf einer Pressemitteilung von Deutsche Krebshilfe vom 31.01.2024

FAQ zum Weltkrebstag 2024

Was ist das Ziel des Weltkrebstags?

Der Weltkrebstag soll auf Krebsaufklärung, Früherkennung, Versorgung und Forschung aufmerksam machen.

Wofür steht GPCA?

GPCA steht für „Deutsche Allianz Pankreaskarzinom“ beziehungsweise „German Pancreatic Cancer Alliance“.

Warum steht Bauchspeicheldrüsenkrebs im Mittelpunkt?

Weil die Erkrankung oft spät erkannt wird und die Versorgung deshalb besonders herausfordernd ist.

Was bedeutet „Versorgungslücken schließen“ in diesem Zusammenhang?

Gemeint ist, Forschung, Diagnostik, Therapie und interdisziplinäre Zusammenarbeit so zu verbessern, dass Patienten besser erreicht werden.

Woran sich ein wirksamer Ansatz gegen Versorgungslücken messen lässt

  • Werden Forschung und Klinik enger miteinander verknüpft?
  • Werden Früherkennung und Diagnostik gezielt verbessert?
  • Werden neue Technologien und Fachgebiete einbezogen?
  • Entstehen internationale und interdisziplinäre Kooperationen?
  • Werden Erkenntnisse so aufbereitet, dass sie in der Versorgung ankommen?

Typische Missverständnisse rund um Bauchspeicheldrüsenkrebs

Ein häufiger Irrtum ist, dass eine seltene Erkrankung automatisch wenig Aufmerksamkeit benötigt. Gerade bei schwer früh erkennbaren Tumoren kann aber gerade die geringe Sichtbarkeit ein Teil des Problems sein. Ein weiteres Missverständnis ist, dass Forschung nur neue Medikamente bedeutet. Tatsächlich gehören auch Früherkennung, Diagnostik, Versorgungsstrukturen und Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen dazu.

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